• Rückblick: Energie-Info-Tag "Nachhaltig, erneuerbar, effizient"

     Mit einem großen Informationstag zum Thema „nachhaltige Energieversorgung“ informierte der Verein „Aufbruch am Arrenberg“ Ende Juni Unternehmen, GebäudeeigentümerInnen und MieterInnen. Zahlreiche Vorträge und Infostände zeigten Beispiele und Werkzeuge der nachhaltigen Energieversorgung am Arrenberg auf.

    Institutionen und Unternehmen stellten zukunftsweisende Ansätze sowie Praxisbeispiele vor. Vertreten waren die Bergische Bürgerenergiegenossenschaft, die Bergische Universität Wuppertal, die Energieagentur NRW, das Solar-Info-Zentrum SIZ GmbH, die Verbraucherzentrale NRW sowie die Wuppertaler Stadtwerke.

    „Uns ging es darum, aufzuzeigen, welche Möglichkeiten es für die Nutzung erneuerbarer Energien heute bereits im Klimaquartier Arrenberg gibt – und darzustellen, welche Vorteile diese bieten“, so Projektleiter Uwe Schliesser. Das Klimaquartier Arrenberg versteht sich als Blaupause für andere Quartiere, Städte und Kommunen und übernimmt damit eine Vorbildfunktion. Das Viertel erarbeitet gemeinsam mit zahlreichen Partnern seit Jahren innovative Lösungen und zukunftsweisende Wege, unter anderem im Rahmen des Forschungsprojekts.

    Aus der Arbeitsgruppe „energiereicher Arrenberg“ des Vereins stellte Uwe Schliesser das Konzept für das geplante Klimaquartier im Bereich Simonsstraße vor. Dabei besteht die Möglichkeit, unter Einsatz von Photovoltaik und Kraft-Wärme Kopplung eine nachhaltige Strom- und Wärmeversorgung des Quartiers bei gleichzeitiger zehnprozentiger Kosteneinsparung für EigentümerInnen und MieterInnen zu erreichen. Dabei kann eine CO2-Einsparung von 60 bis 100 Prozent erreicht werden.

    Sven Kersten von der Energieagentur NRW stellte Wärmepumpen-, Kraft-Wärme-Kopplungssysteme und Fördermöglichkeiten über einen Förderratgeber der Energieagentur NRW vor. Diese Systeme sind bei Berücksichtigung von Rahmenbedingungen auch in Bestandsgebäuden einsetzbar und förderfähig.
    Von Stefan Bürk von der Verbraucherzentrale NRW wurden verschiedene Möglichkeiten des Einsparens von Strom im Haushalt bei Warmwasserbereitung, TV-Geräten und Beleuchtungssystemen dargestellt. Auch der Einsatz von Strommessgeräten zum Ermitteln von Stand-by- und Stromverbräuchen wurde gezeigt.

    Die Bergische Universität ist Forschungspartner im Projekt virtuelles Kraftwerk VPP zusammen mit den Wuppertaler Stadtwerken und dem Aufbruch am Arrenberg. Alexander Hobert erklärte den aktuellen Stand des Projektes und das weitere Vorgehen. Im nächsten Schritt werden von den Partnern Bonussysteme für die Teilnehmer in Wuppertal und auch am Arrenberg entwickelt, mit denen der Stromverbrauch in Zeiträumen mit viel Wind und Sonne verschoben werden soll.

    Von Ayhan Sarioglu wurde ein steckdosenfertiges Solarmodul vom Solar Info Zentrum vorgestellt. Gemäß einer Normungsaktualisierung kann so ein Modul in der Wohnung über eine Steckdose etwa auf dem Balkon oder im Garten betrieben werden und Sonnenstrom erzeugen, der dann direkt im Haushalt verbraucht wird. In Verbindung mit einem kleinen Stromspeicher kann der erzeugte Strom dann auch gespeichert werden und zum Beispiel in den Abendstunden für Beleuchtung oder TV verwendet werden.
    Rolf Kinder von der Bergischen Bürgerenergie Genossenschaft stellte die aktuellen Genossenschaftsmodelle für den Anlagenbau und Strombelieferung aus Photovoltaikanlagen vor. Dabei werden immer weitere Genossinnen und Genossen gesucht, damit der Ausbau der nachhaltigen Erzeugungsanlagen weiter gehen kann.

    Die Wuppertaler Stadtwerke stellten ihr System für Verpachtung von Sonnenstromanlagen für HausbesitzerInnen und Unternehmen vor. Zudem berichtete Adrian Schrewe von ersten Mieterstromprojekten, bei denen Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung auf Dächern von Mehrfamilienhäusern von WSW errichtet und betrieben werden. Der erzeugte Strom kann dann von den MieterInnen des Gebäudes direkt bezogen werden.

    Andreas Brinkmann, ebenfalls von den Wuppertaler Stadtwerken, erläuterte ein neues System, bei dem alle StromverbraucherInnen in Wuppertal erneuerbaren Strom über den Marktplatz Talmarkt beziehen können. Dabei wird der Strom von zum Beispiel Sonnenstrom-, Wind-, und Wasserkraftanlagen in Wuppertal erzeugt, und es kann der eigene Strommix über eine Internetplattform individuell zusammengestellt werden. Genutzt wird hier das Werkzeug Blockchain.

     

    Fotos: Gunnar Bäldle