• Der Arrenberg: Transformation in Blüte


    Seit seiner Gründung 2008 ist der Verein Aufbruch am Arrenberg e.V. seinem Namen treu: Wie kaum ein anderes Viertel probiert der Arrenberg Zukunft. Mit neuen Ideen, Eigeninitiative und gegenseitiger Inspiration werden Entwürfe zu einem besseren Miteinander entwickelt und umgesetzt. Vom alltäglichen, nachbarschaftlichen Miteinander – wie Foodsharing, Flüchtlingscafé oder Kinder-Malwettbewerbe – bis zu großen Visionen eines alternativen Gesellschaftsmodells – dem Klimaquartier.

    Diese Vision sucht nach den Bedingungen, um nachhaltig, gesund, inklusiv, respektvoll, wertschätzend, verantwortungsvoll, selbstbestimmt, frei, innovativ und in Frieden gemeinsam zu leben. Dieses Ziel ist groß und von solcher Tragweite, dass seine Strahlkraft weit über die Grenzen des Quartiers hinausgeht; das Klimaquartier Arrenberg macht Wuppertal zum (noch) heimlichen Vorreiter innerhalb einer europäischen Bewegung.

    Gute Nachrichten

    Die Arrenberger sind die permanenten »Good News« aus Wuppertal. Ihre Projekte finden überregionale Beachtung und werden medial begleitet. In den letzten zwei Jahren waren 70 Delegationen aus 20 Ländern am Arrenberg zu Gast, um vor Ort zu erfahren, wie die alte Wuppertaler Tugend der »Bergischen Tüftler« neu erblüht.

    Zu den Besuchern zählen internationale Forscher und Wissenschaftler ebenso wie Schüler und Studenten aus aller Welt. Zusätzlich helfen prominente Gäste als Multiplikatoren, die Bekanntheit der Stadt zu fördern. Dazu gehörten in den letzten Monaten der Journalist, Autor und Grimme-Preisträger Franz Alt; die MinisterInnen Johannes Remmel, Svenja Schulze und Christina Kampmann; der stv. Ministerpräsident von Schleswig Holstein, Robert Habeck; der stv. Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer oder der Europaabgeordneter der FDP, Alexander Graf Lambsdorff.
    Im Gegenzug ist der Arrenberg zum begehrten Gast geworden, auf Kongressen und Tagungen, im In- und Ausland, und präsentiert sich als Botschafter einer Stadt, von der die Menschen lernen wollen.

    In der Tat suchen immer mehr die Kooperation mit dem Forscherviertel. Das Wuppertal Institut, das den Arrenberg als Real-Labor ausgewählt hat und hier praktische Zukunftsforschung betreibt, wählte für sein 25-jähriges Jubiläum 2016 den Arrenberg als finale Festmeile, um Forschern aus aller Welt die praktische Transformation des Viertels erleben zu lassen. Die erfolgreiche Partnerschaft mit dem Wuppertal Institut ist eine wichtige Referenz in Wissenschaft und Politik und eröffnet laufend neue Kontakte, die in Besuchen oder Einladungen münden. Und zwar dauerhaft, denn Nachhaltigkeit ist ein nachhaltiges Thema.

    Schließlich gewinnt Wuppertals Bekanntheitsgrad noch durch Nominierungen und Auszeichnungen, die das Klimaquartier in die Stadt holen konnte. Wichtig ist hier die Auszeichnung der Landesregierung NRW und der Klimaexpo NRW als eines der wichtigsten Klimaschutzprojekte in NRW in 2016. Auch der Deutsche Solarpreis, der 2016 der VillaMedia verliehen wurde, würdigt die praktischen Anstrengungen, die in dem Arrenberger Archetyp erfolgreich vorgemacht werden.


    Engagement ist ansteckend

    Das Klimaquartier Arrenberg versteht sich als Blaupause für andere Quartiere, Städte und Kommunen und übernimmt damit eine Vorbildfunktion. Eine wachsende Anzahl Menschen schaut interessiert auf Wuppertal und seine Pioniere, die neue Wege suchen, vor allem aber wertvolle Hinweise weitergeben, Sackgassen melden und Erfahrungen kommunizieren.

    Das bleibt nicht ohne Wirkung nach innen; immer mehr Wuppertaler identifizieren sich mit den Projekten und Zielen, die der Arrenberg exemplarisch vorlebt. Kein Projekttreffen der Aktivisten kommt mehr ohne Vorstellungsrunde aus, weil jedes Mal neue, engagierte Bürger dazukommen, die sich freuen, dass »in Wuppertal was passiert« und sich einbringen möchten.

    Auch der markante Anstieg an Mitgliedern spricht Bände über die Bereitschaft der Wuppertaler, das rege Viertel zu unterstützen; 36 % der Mitglieder kommen aus anderen Stadtteilen. Ein weiteres Indiz sind die Wohnungsnachfragen, die beim Stadtteilbüro verzeichnet werden. Der Arrenberg ist für viele Wuppertaler der »place to be« geworden, »Wuppertal at its best«, ein spannendes Stück Heimat, mit dem man angeben kann.

    Auch die Stadt selbst ist stolz auf die Entwicklungen, die ihre Mitbürger initiieren. So ist die Verwaltung selbstinitiativ an den Verein herangetreten, um ein brachliegendes, städtisches Grundstück für Urban Gardening zur Verfügung zu stellen. Das Angebot wurde dankend angenommen, die Umsetzung läuft zurzeit, unterstützt von Garten- und Landschaftsprofis, die sich ehrenamtlich einbringen – ohne zum Viertel zu gehören.

    Die hohe Gunst, die der Arrenberg von allen Seiten erfährt, ist weit mehr als ein erfreuliches Zugehörigkeitsgefühl. Die breite Akzeptanz und das spürbare Wir-Gefühl fördert Wuppertals Image als attraktiver Wirtschaftsstandort mit hoher Anziehungskraft für Innovationsunternehmen.


    Typisch Wuppertal

    Die Arrenberger lieben die Vielfalt ihres Viertels mit seinem hohen Migrationsanteil, seiner urbanen Authentizität und dem organisch gewachsenen Bestand. Diese Diversität nicht als Chaos zu verkennen, sondern als Mannigfaltigkeit und Grundlage von Kreativität, bestimmt die Arrenberger Willkommenskultur für Menschen, Ideen und Experimente.

    Damit steht das bunt gemischte Quartier nicht nur für den Facettenreichtum der gesamten Stadt, es verschafft auch alten Wuppertaler Tugenden ein Come-back: dem bergischen Pioniergeist und der Gründermentalität, die das Tal einst berühmt machte. Statt Hürden zu bewerten und auf Mittel oder Vorgaben zu warten, wird gemacht und ausprobiert. Aber keineswegs vorschnell und unbedacht, im Gegenteil: Einfach Altes durch Neues zu ersetzen widerspricht dem Anspruch, Lösungen für den Bestand im Fokus zu wahren.

    So ist zurzeit die Transformation eines ganzen Häuserblocks im Gange, mit dessen Besitzern, Anwohnern und Beschäftigten nachhaltige Energie- und Mobilitätskonzepte erarbeitet werden. Das VPP-Pilotprojekt, das in Kooperation mit den WSW umgesetzt wird, ist im Frühjahr vom EU-Regionalfonds bestätigt worden. Allein mit diesem Projekt wurden 2 Mio. Euro Forschungsgelder nach Wuppertal geholt.


    Gutes tun und drüber reden

    Marketing ist Kommunikation. Deshalb sucht der Verein das Gespräch mit jedem, der sich für den Wandel in Wuppertal interessiert, ihn mitgestalten möchte oder nach Inspiration strebt. Der Unterstützung anderer Stadtteile, sich ebenfalls in Wuppertal zu engagieren, kommt dabei eine besondere Rolle zu. Neben dem direkten Gespräch gehören ein regelmäßiger Newsletter, die Website aufbruch-am-arrenberg.de, für jedermann zugängliche Projekttreffen, Veranstaltungen und Newsgruppen auf Facebook sowie die Stadtteilbroschüre zum Kommunikations-Mix des Vereins.

    Als zentrale Schnittstelle zur Öffentlichkeit hat das Klimaquartier 2016 zusätzlich eine besondere Kommunikationsplattform geschaffen: die Farmbox. Im Rahmen einer Versuchsanlage für urbane Lebensmittelproduktion wurde eine Aquaponic-Anlage errichtet, die alle Nachhaltigkeitsthemen praktisch illustriert. Im persönlichen Dialog mit den Wuppertaler Bürgern informieren hier ehrenamtliche Aktivisten über die Themen des Klimaquartiers und ernten – von Respekt und Begeisterung bis zu Heimatstolz und Beitrittserklärungen – fast ausschließlich positive Reaktionen.

    Eine weitere wichtige Aktion fürs Wuppertaler Wir-Gefühl: Bereits sieben Mal hat am Arrenberg der Restaurant Day stattgefunden – ein »Karneval rund ums Essen«, dessen Idee aus Finnland stammt und der weltweit durchgeführt wird. Die Idee, als Privatperson für einige Stunden ein Pop-up-Restaurant zu eröffnen und jedermann willkommen zu heißen, ist die beste Möglichkeit, Mitbürger zusammenzubringen und Nachbarschaft zu stärken. Essen als gemeinsamer Nenner schlägt interkulturelle Brücken und ist wichtig für die Inklusion vor Ort. Schon bei den ersten Veranstaltungen konnten die Arrenberger zahlreiche Besucher aus anderen Stadtteilen im Viertel begrüßen, viele Projektaktivisten wurden durch den Restaurant Day gewonnen. Die Begeisterung war so groß, dass sich im Mai 2017 Cronenberg als zweiter Wuppertaler Stadtteil dem Event anschloss. Bei der Planung arbeiteten die beiden Quartiere eng zusammen, das Feedback war in beiden Vierteln überragend gut, eine Fortsetzung ist fest geplant. Diese Gemeinschaftsaktion bestätigt, dass die Arrenberger Quartiersarbeit kein solitärer Aktionismus ist, sondern Inspiration für andere und damit der Stadt im Ganzen dient.

    Der Restaurant Day gehört zum Bereich »Essbarer Arrenberg« des Klimaquartiers, der viele weitere Aktionen durchführt. So sind das »Lernen an der Farmbox« oder die Aktion »100% WiR« (in Kooperation mit anderen Wuppertaler Trägern) Beispiele für pädagogische Projekte, die sich um eine Heranführung von Kindern an gesunde Ernährungsweisen bemühen. Gärtnern im Team, praktische Biologie und gemeinsamer Genuss vermitteln jungen Menschen theoretische und soziale Kompetenzen gleichermaßen.

    Auf Erwachsene übertragen, funktioniert Urban Gardening als Lern- und Erlebnisort, um Erfahrungen und kulturelle Perspektiven auszutauschen. Am Dalster Hof und demnächst in »Nachbars Garten« am Wupperufer buddeln, ackern, pflanzen und ernten Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, unterschiedlichen Alters, mit und ohne Behinderung gemeinsam Hand in Hand und beseitigen dabei Unkraut genauso wie Vorurteile.

    Ein weiteres regelmäßiges Highlight sind die Kunstausstellungen im Quartier, die Arbeiten verschiedener Arrenberger Künstler präsentieren. Hier bündelt sich die beeindruckende Kreativität, die das Viertel hervorbringt.

    Die Liste von imagewirksamen Projekten am Arrenberg ist so lang wie vielschichtig – viele davon haben einen wissenschaftlichen Charakter und werden vom Land, vom Bund oder aus Brüssel gefördert, weil sie von überregionaler Bedeutung sind. Kooperationen mit namhaften Forschungseinrichtungen – Wuppertal Institut, Bergische Universität Wuppertal, Zentrum für Transformationsforschung und Nachhaltigkeit, Bergische Gesellschaft für Ressourceneffizienz, CSCP etc. – belegen die Substanz der Inhalte, die man einem ehemaligen Problemviertel nicht zugetraut hätte. Die enge Partnerschaft mit Wuppertaler Unternehmen und Einrichtungen – WSW, Jobcenter, GESA, Proviel sowie zahlreichen Sponsoren – bestätigt diese Relevanz, und die wachsende Identifikation der Wuppertaler ist ein klarer Beleg für den positiven Imagewandel, den die Stadt erlebt. Er basiert auf keiner Kampagne, auf keiner kreativen Alleinstellungsstrategie, sondern auf Inhalten, die die Menschen ansprechen – Substanz als Schlüssel für erfolgreiches Standortmarketing.

    Dazu gehört die große Vision einer Arrenberg-Farm als Modellprojekt für nachhaltiges Leben und Arbeiten. Die erste Stadtfarm in Europa, 60.000 Quadratmeter ehemalige Bahnbrache, mit urbaner Lebensmittelerzeugung, Bio-Kraftwerk, Ressort und Arbeitsplätzen im niederschwelligen Bereich. Das Gemeinwohl im Fokus, schafft die Idee der Arrenberg-Farm eine ehrgeizige Motivation und gibt allen Projekten eine große gemeinsame Richtung. Zurzeit läuft die Machbarkeitsstudie für das Projekt, das Wuppertal europaweit zum Vorbild machen soll.


    Du bist wir

    Lokales Engagement ist ansteckend. Der Arrenberg versteht sich nicht als eigenbrötlerisches Viertel, sondern übernimmt die Rolle eines Animateurs, um andere Quartiere bei ihrer Entwicklung zu unterstützen. So besteht ein guter Austausch mit anderen Aktivisten, etwa in Wichlinghausen, Mirke oder Cronenberg, wo zuletzt die Nachhaltigkeitsinitiative und der Restaurant Day mit Arrenberger Support verwirklicht wurde.

    Stadtweit sorgen die Aktionen und die begleitende Pressearbeit dafür, dass die Wuppertaler Bürger über globale Themen nachdenken, ihre Stadt als Vorreiter begreifen und inspiriert werden, ihr eigenes Viertel ähnlich zu beleben.

    Allen, die sich aktiv für ihr Quartier einsetzen wollen und damit Wuppertaler Lebensqualität schaffen, steht der Verein Aufbruch am Arrenberg als nachbarschaftlicher Gesprächspartner mit seinem Netzwerk zur Verfügung.


    Betreff: Klimaviertel

    Nachhaltigkeit hat für den Aufbruch am Arrenberg nicht nur eine besondere Bedeutung, sondern ist das Thema selbst. Dabei ist die Ganzheitlichkeit, mit der die Arrenberger das Thema angehen, beispiellos. Alles, was im Viertel passiert, wird unter diesen Dachgedanken gestellt; alles was Nachhaltigkeit ausmacht, findet sich im Viertel wieder.

    Mobilität, Ernährung und Energie sind dabei Hilfsbegriffe, die eine Vielzahl von Einzelaspekten zu strukturieren versuchen. Sie alle bedingen sich gegenseitig und summieren sich zu einer neuen Form des Miteinanders, die die anfangs genannten Aspekte zusammenführt: Gesundheit, Inklusion, Respekt und Wertschätzung, Verantwortung, Selbstbestimmung und Freiheit, Ideenreichtum und friedliches Miteinander.

    Der Arrenberg geht mit Pioniergeist und Engagement voran, probiert, vermittelt und verstetigt, stellt den Menschen in den Mittelpunkt und schafft Identifikation für alle Wuppertaler, gemeinsame Perspektiven für eine nachhaltige Zukunft einzunehmen.
    Arrenberg ist Wuppertal – und Wuppertal ist Arrenberg!