• Köstliches im ganz privaten Restaurant

     

    Für einen leckeren Samstag sorgt der „Restaurant Day“ am 19. Mai in Wuppertal. Fast 30 private Ein-Tages-Restaurants laden zum Schlemmen und Reden ein.
    Am Arrenberg beteiligen sich 17 Anbieter, in Cronenberg sind weitere zehn Stationen zu finden, und auch in der Elberfelder City sowie am Ostersbaum wird gekocht.

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  • Der @ufbruch im Aufbruch –
    Viel los in der neuen Nachbarschaftsküche


    Unlackierte Sperrholzplatten, glänzender Edelstahl und zusammengewürfeltes Geschirr:
    Die Nachbarschaftsküche im Stadtteilzentrum @ufbruch ist ein Hingucker. Die Küche ist ein echtes Arrenberger Projekt: nachhaltig, recycled und durch Spenden finanziert. Knapp 10.000 € haben die Küchengeräte, das Holz und der Aufbau gekostet. Vieles davon ist gebraucht gekauft bzw. aus Materialien zusammengebaut, die sonst auf dem Müll gelandet wären.

    Das auffällige Sperrholz der Küchenschränke, "Seekiefer" genannt, zum Beispiel stammt von Transportkisten, die in der Logistik in der Regel nur einmal genutzt werden und der Profi-Herd mit riesigem Backofen tat vorher seine Dienste im Begegnungszentrum der Ev. Kirchengemeinde an der Arrenberger Straße. Alles mit dem Ziel Ressourcen zu schonen, Energie zu sparen und das Klima zu schützen – Klimaquartier Arrenberg in der Praxis.

    Immerhin zwei Drittel der Küche konnte schon durch Spenden bezahlt werden. Fast 6400 € sind bisher für die Nachbarschaftsküche zusammengekommen. Dafür dankt der Verein Aufbruch am Arrenberg allen Spenderinnen und Spendern. Sie alle werden Ende April zu einem Dankeschön-Essen ins Stadtteilzentrum @ufbruch eingeladen.

    Aber noch ist die Küche nicht komplett finanziert – weitere Spenden sind nötig und willkommen!
    Der Dank gilt aber auch allen anderen, die den Aufbau des Stadtteilzentrums mit Sachspenden unterstützt haben: Laptops, ein Lautsprecher-System, Holztische und vieles mehr wurden gespendet.

    Das Stadtteilzentrum ist erst knapp einen Monat geöffnet und schon wird die Nachbarschaftsküche lebhaft genutzt. Los ging es mit der großen Eröffnungsfeier am 22. Februar mit einem Buffet der kulinarischen Vielfalt vom Arrenberg: Restaurants, Cafés, Profi-Köche und Laien-Bäckerinnen aus dem Viertel tischten ihre besten Rezepte auf.

    Ein paar Tage später mussten die größten Töpfe ausgeliehen werden, die aufzutreiben waren. Die Solidarische Landwirtschaft vom Hof Vorberg hatte zwölf Kisten Rotkohl geerntet, der verarbeitet werden musste. Die Nachbarschaftsküche war dafür der perfekte Ort, nur leider waren die zuvor gesammelten Einmach-Gläser verschwunden. Aber Dank eines Aufrufs der Köchinnen über Social-Media-Kanäle kamen zahlreiche Glas-Spenden zusammen und viele Nachbarn wurden mit eingemachtem Rotkohl beglückt.

    Dass Kochen, Parties feiern und Diskutieren zusammenpasst, dass hat der „Initiativkreis Ernährungsrat Wuppertal“ mit seiner Schnippel Party gezeigt. Rund 30 Wuppertalerinnen und Wuppertaler von ganz unterschiedlichen Vereinen und Initiativen schnippelten und schälten, was das Foodsharing und der Biobauer Hof zur Hellen hergab. Unter Anleitung von Köchin Conni entstand so ein köstliches veganes Menü aus Ofengemüse, Pellkartoffeln und diversen Dipps und Saucen. Zwischen Kochen, Essen und Tanzen war dann auch noch genug Zeit, um intensiv über die Zukunft der Ernährung in Wuppertal zu diskutieren. Mit Bedauern wurde dabei festgestellt, dass die Stadt Wuppertal zwar rund 80 verschiedene Konzeptionen und Zukunftsstrategien hat, aber keine einzige, die das Thema Ernährung in den Mittelpunkt stellt.

    Dass man in der Nachbarschaftsküche auch backen kann, dass haben die 20 Bäckerinnen und Bäcker und noch mal so viele Gäste beim ersten Termin der Veranstaltungsreihe „Der Geschmack meiner Kindheit“ bewiesen. Brot, war das Thema, das viele von ihren Jugendtagen schwärmen ließ. Fladenbrot, Hefezopf, Rosinenstuten, Brezen, Zwieback oder Dinkelbrot: am Ende standen ein gutes Dutzend unterschiedlichster Brotsorten auf dem Tisch und dazu zahlreiche süße und herzhafte Brotaufstriche. Und alle Brote erzählten etwas über ihre Schöpfer: Wie es früher bei den Eltern gebacken wurde, zu welchen Festtagen das Brot aufgetischt wurde oder welcher Aufstrich dazugehört.

    Wie geht es weiter? Alle sind herzlich eingeladen, die Nachbarschaftsküche im @ufbruch mit Leben zu füllen. Gegen einen kleinen Unkostenbeitrag kann die Küche gemietet werden, ob für ein privates Event oder für ein öffentliches Kochen mit Nachbarinnen und Nachbarn. Wer eine Idee hat, kann sich im Stadtteilbüro melden.

    Der nächste feststehende Termin der Veranstaltungsreihe "Der Geschmack meiner KIndheit" ist der 21. April, das Thema wird "Suppen & Süßes" sein, nach bunten Eintöpfen wird es typische Desserts geben.



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  • Eine Nachbarschaftsküche für den Arrenberg


    Erstes Treffen des Essbaren Arrenberg im neuen Stadtteilzentrum Aufbruch

    Es fühlt sich ein wenig so an, wie auf dem Präsentierteller, wenn man im neuen Stadtteilzentrum Aufbruch tagt. Für den Essbaren Arrenberg genau das Richtige. Drinnen sitzen 20 Interessierte essen und diskutieren über 2000 Quadratmeter Weltacker oder den nächsten Restaurant Day. Draußen laufen Nachbarinnen und Nachbarn an den großen Schaufenstern vorbei, läuern neugierig und kommen spontan herein.

    Beim ersten Treffen der Initiative Essbarer Arrenberg im Jahr 2018 stand viel auf dem Programm, denn es tut sich eine ganze Menge rund ums Thema Essen am Arrenberg und in ganz Wuppertal. Zu Beginn stellte Heiner Petersen das Projekt „Weltacker - 2000qm für jeden Menschen“ vor. Teilen wir die Ackerfläche dieser Welt durch die Zahl ihrer Bewohnerinnen, ergibt das etwa 2000 m² pro Mensch. Darauf muss alles wachsen, was wir verbrauchen. Tatsächlich benötigt jeder Deutsche für seine Ernährung und den sonstigen Konsum ein Vielfaches dieser Fläche. Dass es mit weniger funktioniert, das wird anschaulich auf einem 2000qm-Acker in Berlin demonstriert. Dieses Konzept könnte auch in Wuppertal übernommen werden, wusste Michael Felstau von den Urbanen Gärten zu berichten. Für eine städtische Fläche an der Hardt gibt es Pläne einen solchen Acker anzulegen, wenn sich genügend Engagierte dafür finden. Mittel aus dem Topf des Bürgerbudgets stünden dafür zur Verfügung.

    Das Vorbild Berlin bzw. Köln steht auch für eine andere Initiative in Wuppertal Pate. Seit wenigen Wochen gibt es einen Initiativkreis, der im Tal einen Ernährungsrat gründen will. Karen Blumecke stellte die Idee vor, die verschiedenen Gruppen und Aktivisten rund um das Thema nachhaltiger Ernährung zusammenzubringen und damit auch politisch wirken zu können. So könnte eine Lobbyarbeit von unten entstehen z.B. für regionale Lebensmittel, um eine klimafreundliche Ernährung möglich zu machen. Einen ersten Aufschlag will der Initiativkreis Ernährungsrat am 9. März im Stadtteilzentrum Aufbruch mit einer Schnippel-Disco machen. Bei guter Musik sollen alle Foodaktivisten, Erzeuger, Produzenten, Verarbeiter und weitere Interessierten aus dem Tal zusammenkommen, Gemüse und Obst schnippeln, kochen, essen, diskutieren, Visionen entwickeln und Pläne schmieden.

    Damit wäre der 9. März die erste größere Bewährungsprobe für die zukünftige Nachbarschaftsküche im Stadtteilzentrum Aufbruch. Noch laufen die Planungen. Die Suche nach gebrauchten, aber hochwertigen Küchengeräten und Ausstattungsgegenständen gestaltet sich als nicht einfach. Dagegen freut sich der Verein Aufbruch am Arrenberg, dass das komplette Geschirr, Besteck und weitere Dinge von einem Hotel gespendet werden. Ein großer Beitrag zur Schonung von Ressourcen. Offiziell eröffnet wird der Aufbruch und die Küche am 22. Februar mit einem Arrenberg typischen Nachbarschaftsfest.

    Dass hier noch mehr entstehen kann, zeigen weitere Ideen und Projekte, die beim Essbaren Arrenberg diskutiert wurden. Da ist ein Multi-Kulti-Kochen und eine Vortragsreihe mit einer muslimischen Umweltgruppe geplant. Die Solidarische Landwirtschaft vom Hof Vorberg könnte hier eine Verteilstation für ihre Lebensmittel einrichten. Das Foodsharing hat die Räumlichkeiten im neuen Zentrum schon bezogen und mit einem rund um die Uhr zugänglichen Kühlschrank ganz neue Möglichkeiten Lebensmittel zu retten und zu verteilen. Und für eine Marktschwärmerei gäbe es hier optimale Bedingungen. Andreas Samus, Praktikant am Transzent, stellte dieses Konzept vor, das Verbraucher und regionale Produzenten über eine Online-Plattform zusammenbringt. Gesucht wird jetzt noch eine Person, die diese Marktschwärmerei koordiniert und damit ein wenig Geld verdient. Interessierte können sich dazu im Stadtteilbüro melden.

    So könnte aus dem Stadtteilzentrum ein FoodHub werden, ein Zentrum rund ums Essen und nachhaltige Ernährung. Vielleicht der EssPunkt Arrenberg. Ob sich daraus ein soziales Stadtteil-Projekt entwickeln lässt, das sogar mit Fördergeldern unterstützt wird, prüft zur Zeit der Verein Aufbruch am Arrenberg.

    Daneben gibt es weitere kleinere und größere Projekte, die als Teil des Essbaren Arrenberg laufen. Die Aquaponik-Demonstrationsanlage FarmBox ist seit einigen Wochen im Winterschlaf und wartet beinahe täglich darauf, dass sie an ihren neuen Standort umziehen kann. Der Container mit Fischzucht und Gewächshaus soll Teil des UtopiaStadt-Campus an der Nordbahntrasse werden. Dort soll auch das erfolgreiche Konzept des „Lernen an der Box“ weitergeführt werden. Im Jahr 2017 haben mehrere Schulklassen an der FarmBox das Prinzip der Aquaponik gelernt und selbst eigene Kleinstanlagen gebastelt.

    Auch der Nachbarschaftsgarten am Dalsterhof ist im Winterschlaf. Hier treffen sich die Aktivisten in den nächsten Wochen, um die dritte Saison zu planen. Und auch das Planen für die große ArrenbergFarm geht weiter. Gemeinsam mit Betreibern einer Aquaponik-Anlage in Soest soll die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit eines solchen Projektes auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Steinbeck abgeklärt werden. Parallel dazu entwickelt eine Studentin im Rahmen ihrer Masterarbeit ein Marketing-Konzept für diese innerstädtische Farm. Und eine weitere Studentin, die auch Praktikantin am Transzent im Wuppertal Institut ist, konzipiert eine interaktive Stadtführung durch den Arrenberg, bei der die Folgen und Auswirkungen unserer Ernährung begreifbar gemacht werden sollen.

    Und last but not least wurde beim Essbaren Arrenberg auch über den nächsten Restaurant Day gesprochen. Am 19. Mai soll es am Arrenberg, in Cronenberg und wahrscheinlich noch in einem dritten Wuppertaler Stadtteil wieder heißen: Nachbarn kochen für Nachbarn und öffnen ihre Küchen, Wohnzimmer und Gärten für ein Nachbarschaftsrestaurant. 28 Stationen gab es beim letzten Mal, ob es bei der neunten Auflage im Tal mehr werden? Wer im Mai Gastgeber oder Gastgeberin sein will kann sich jetzt schon im Stadtteilbüro melden.

    (Bericht von U. Christenn)

  • Zwischen Quartiersküche und Fast Food
    Die Zukunft der Ernährung in Städten und am Arrenberg

    Arrenberger Str. 78a<br />Restaurant Panjshir<br />Foto: Gunnar Bäldle


    Wie wird in Zukunft die Ernährung der Städte funktionieren und aussehen? Diese Frage wurde beim letzten Treffen vom Essbaren Arrenberg diskutiert. Immer mehr Menschen leben weltweit in Städten und entfremden sich von der praktischen Erzeugung der Lebensmitteln. Nur noch 5 Prozent der verbrauchten Nahrung wird in Städten selbst produziert. Handelsunternehmen liefern mit optimierter Logistik die Waren aus der ganzen Welt bei immer gleicher Qualität bis in den hintersten Winkel und verkaufen alles in Supermärkten. Aber was ist, wenn die Logistik mal ins Stocken kommt. ->

    Experten vermuten, dass es in weniger als drei Tagen zu Versorgungsproblemen in Städten kommen würde. Weltweit gibt es deshalb Projekte, durch Urban Gardening oder städtische Farmen die Nahrungsmittelproduktion in die Städte zu holen. Eine Idee, die auch am Arrenberg mit Gartenprojekten und der Farmbox (noch im Kleinen) versucht wird.

    Ein weitere sehr ambivalenter Trend ist der Wunsch von modernen Städtern, auf der einen Seite Essen immer schnell, günstig und flexibel verfügbar zu haben und auf der anderen Seite qualitative und gesunde Produkte zu bekommen. Oder die Entwicklung, dass es immer mehr Ein-Personen-Haushalte mit immer kleineren Küchen gibt und gleichzeitig die Sehnsucht nach gemeinschaftlichem Essen mit netten Menschen als Event wächst. Vorschlag von Trendforschern dazu: Es braucht in Zukunft mehr Gemeinschaftsküchen für Nachbarschaften und Quartiere. Vielleicht auch eine Idee für den Arrenberg: eine Küche mit Esszimmer, die von Nachbarn gemietet werden kann.

    Beim Essbaren Arrenberg ging es aber nicht nur um die ferne Zukunft, es wurde auch der nächste Restaurant Day angesprochen. Am 18. November sind wieder alle Nachbarinnen und Nachbarn aufgerufen ein, Cafe, Restaurant oder eine kleine Kneipe für ein paar Stunden in den eigenen vier Wänden zu eröffnen und Freunde, Nachbarn und Interessierte einzuladen. Wer ist diesmal dabei? Egal ob Arrenberg, Cronenberg oder in einem anderen Stadtteil, am 18. November wollen wir ein großes Nachbarschaftsfest in Wuppertal feiern. Wer jetzt Interesse hat, einmal beim Restaurant Day mitzumachen, ins herzlich eingeladen zur Info-Veranstaltung am 4. September, ab 19 Uhr in der VillaMedia, beim nächsten Treffen vom Essbaren Arrenberg.

    Über weitere Projekte und Ideen wurde gesprochen. Das Foodsharing am Arrenberg braucht in den Sommerferien Helferinnen und Helfer. Der Kontakt zu den Bauern im Windrather Tal soll wieder aktiviert werden und die Idee der Marktschwärmer mit Aktivistinnen aus der Nordstadt angegangen werden. Darüber hinaus werden Kontakte zu anderen Initiativen und Organisationen gesucht, die sich auch mit dem Thema nachhaltige und soziale Ernährung beschäftigen: z.B. mit dem Ernährungsrat in Köln, dem Verein „Taste of Heimat“ oder der Regionalwert Rheinland AG. Geplant ist auch eine Beteiligung des Essbaren Arrenberg an der Konferenz „Ernährungsdemokratie jetzt!“ Im November in Essen.

    Termine zum Vormerken:

    Mo 04.09. / 19 Uhr Treffen Essbarer Arrenberg, Info-Veranstaltung Restaurant Day
    Sa 16.09. / Stadtteilfest Arrenberg
    Sa 18.11. / Restaurant Day

    Abbildung: Restaurant Day am Arrenberg | Restaurant Panjshir
    Foto: Gunnar Bäldle

  • Foto: Heike Martilotti


    Im Rahmen des Teilprojektes „Essbarer Arrenberg“ organisieren wir „foodsharing“ um die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren. Beim „Restaurant Day“ einem globalen Event zum Thema nachhaltige Ernährung, beteiligt sich der Arrenberg regelmäßig mit zahlreichen „Eintagesrestaurants“ seiner Bürgerinnen und Bürger.

    Urbanfarming ist ein wichtiger inhaltlicher Baustein. Mit der „Arrenbergfarm“ soll in den nächsten 5-10 Jahren die erste komplette Farm in der Mitte einer deutschen Großstadt entstehen und damit erstmals wieder professionelle und relevante Landwirtschaft inmitten einer Stadt organisiert werden.

     

  • Essbarer Arrenberg Wuppertal NRW


    In Baulücken sollen Beete und Gewächshäuser entstehen und den Anliegern die Möglichkeit zum Anbau des eigenen Gemüses geben.


    Wer sieht wie seine Möhren wachsen, wird diese auch mit einem anderen Bewusstsein schätzen und verzehren. Intensive Kooperationen mit Kitas und Schulen sollen die Jüngsten unserer Gesellschaft in diese Prozesse mit einbeziehen. Derzeit entsteht ein erstes „Solidarisches Landwirtschaftsprojekt“, bei dem auf der Fläche eines ehemaligen Bauernhofes erstmals am Arrenberg die gemeinsame Bewirtschaftung von Landwirt und Bürgern organisiert wird. Märkte und Einkaufsgemeinschaften mit benachbarten Biohöfen befinden sich im Aufbau.