• Eine Nachbarschaftsküche für den Arrenberg


    Erstes Treffen des Essbaren Arrenberg im neuen Stadtteilzentrum Aufbruch

    Es fühlt sich ein wenig so an, wie auf dem Präsentierteller, wenn man im neuen Stadtteilzentrum Aufbruch tagt. Für den Essbaren Arrenberg genau das Richtige. Drinnen sitzen 20 Interessierte essen und diskutieren über 2000 Quadratmeter Weltacker oder den nächsten Restaurant Day. Draußen laufen Nachbarinnen und Nachbarn an den großen Schaufenstern vorbei, läuern neugierig und kommen spontan herein.

    Beim ersten Treffen der Initiative Essbarer Arrenberg im Jahr 2018 stand viel auf dem Programm, denn es tut sich eine ganze Menge rund ums Thema Essen am Arrenberg und in ganz Wuppertal. Zu Beginn stellte Heiner Petersen das Projekt „Weltacker - 2000qm für jeden Menschen“ vor. Teilen wir die Ackerfläche dieser Welt durch die Zahl ihrer Bewohnerinnen, ergibt das etwa 2000 m² pro Mensch. Darauf muss alles wachsen, was wir verbrauchen. Tatsächlich benötigt jeder Deutsche für seine Ernährung und den sonstigen Konsum ein Vielfaches dieser Fläche. Dass es mit weniger funktioniert, das wird anschaulich auf einem 2000qm-Acker in Berlin demonstriert. Dieses Konzept könnte auch in Wuppertal übernommen werden, wusste Michael Felstau von den Urbanen Gärten zu berichten. Für eine städtische Fläche an der Hardt gibt es Pläne einen solchen Acker anzulegen, wenn sich genügend Engagierte dafür finden. Mittel aus dem Topf des Bürgerbudgets stünden dafür zur Verfügung.

    Das Vorbild Berlin bzw. Köln steht auch für eine andere Initiative in Wuppertal Pate. Seit wenigen Wochen gibt es einen Initiativkreis, der im Tal einen Ernährungsrat gründen will. Karen Blumecke stellte die Idee vor, die verschiedenen Gruppen und Aktivisten rund um das Thema nachhaltiger Ernährung zusammenzubringen und damit auch politisch wirken zu können. So könnte eine Lobbyarbeit von unten entstehen z.B. für regionale Lebensmittel, um eine klimafreundliche Ernährung möglich zu machen. Einen ersten Aufschlag will der Initiativkreis Ernährungsrat am 9. März im Stadtteilzentrum Aufbruch mit einer Schnippel-Disco machen. Bei guter Musik sollen alle Foodaktivisten, Erzeuger, Produzenten, Verarbeiter und weitere Interessierten aus dem Tal zusammenkommen, Gemüse und Obst schnippeln, kochen, essen, diskutieren, Visionen entwickeln und Pläne schmieden.

    Damit wäre der 9. März die erste größere Bewährungsprobe für die zukünftige Nachbarschaftsküche im Stadtteilzentrum Aufbruch. Noch laufen die Planungen. Die Suche nach gebrauchten, aber hochwertigen Küchengeräten und Ausstattungsgegenständen gestaltet sich als nicht einfach. Dagegen freut sich der Verein Aufbruch am Arrenberg, dass das komplette Geschirr, Besteck und weitere Dinge von einem Hotel gespendet werden. Ein großer Beitrag zur Schonung von Ressourcen. Offiziell eröffnet wird der Aufbruch und die Küche am 22. Februar mit einem Arrenberg typischen Nachbarschaftsfest.

    Dass hier noch mehr entstehen kann, zeigen weitere Ideen und Projekte, die beim Essbaren Arrenberg diskutiert wurden. Da ist ein Multi-Kulti-Kochen und eine Vortragsreihe mit einer muslimischen Umweltgruppe geplant. Die Solidarische Landwirtschaft vom Hof Vorberg könnte hier eine Verteilstation für ihre Lebensmittel einrichten. Das Foodsharing hat die Räumlichkeiten im neuen Zentrum schon bezogen und mit einem rund um die Uhr zugänglichen Kühlschrank ganz neue Möglichkeiten Lebensmittel zu retten und zu verteilen. Und für eine Marktschwärmerei gäbe es hier optimale Bedingungen. Andreas Samus, Praktikant am Transzent, stellte dieses Konzept vor, das Verbraucher und regionale Produzenten über eine Online-Plattform zusammenbringt. Gesucht wird jetzt noch eine Person, die diese Marktschwärmerei koordiniert und damit ein wenig Geld verdient. Interessierte können sich dazu im Stadtteilbüro melden.

    So könnte aus dem Stadtteilzentrum ein FoodHub werden, ein Zentrum rund ums Essen und nachhaltige Ernährung. Vielleicht der EssPunkt Arrenberg. Ob sich daraus ein soziales Stadtteil-Projekt entwickeln lässt, das sogar mit Fördergeldern unterstützt wird, prüft zur Zeit der Verein Aufbruch am Arrenberg.

    Daneben gibt es weitere kleinere und größere Projekte, die als Teil des Essbaren Arrenberg laufen. Die Aquaponik-Demonstrationsanlage FarmBox ist seit einigen Wochen im Winterschlaf und wartet beinahe täglich darauf, dass sie an ihren neuen Standort umziehen kann. Der Container mit Fischzucht und Gewächshaus soll Teil des UtopiaStadt-Campus an der Nordbahntrasse werden. Dort soll auch das erfolgreiche Konzept des „Lernen an der Box“ weitergeführt werden. Im Jahr 2017 haben mehrere Schulklassen an der FarmBox das Prinzip der Aquaponik gelernt und selbst eigene Kleinstanlagen gebastelt.

    Auch der Nachbarschaftsgarten am Dalsterhof ist im Winterschlaf. Hier treffen sich die Aktivisten in den nächsten Wochen, um die dritte Saison zu planen. Und auch das Planen für die große ArrenbergFarm geht weiter. Gemeinsam mit Betreibern einer Aquaponik-Anlage in Soest soll die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit eines solchen Projektes auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Steinbeck abgeklärt werden. Parallel dazu entwickelt eine Studentin im Rahmen ihrer Masterarbeit ein Marketing-Konzept für diese innerstädtische Farm. Und eine weitere Studentin, die auch Praktikantin am Transzent im Wuppertal Institut ist, konzipiert eine interaktive Stadtführung durch den Arrenberg, bei der die Folgen und Auswirkungen unserer Ernährung begreifbar gemacht werden sollen.

    Und last but not least wurde beim Essbaren Arrenberg auch über den nächsten Restaurant Day gesprochen. Am 19. Mai soll es am Arrenberg, in Cronenberg und wahrscheinlich noch in einem dritten Wuppertaler Stadtteil wieder heißen: Nachbarn kochen für Nachbarn und öffnen ihre Küchen, Wohnzimmer und Gärten für ein Nachbarschaftsrestaurant. 28 Stationen gab es beim letzten Mal, ob es bei der neunten Auflage im Tal mehr werden? Wer im Mai Gastgeber oder Gastgeberin sein will kann sich jetzt schon im Stadtteilbüro melden.

    (Bericht von U. Christenn)


  • Im Rahmen des Teilprojektes „Essbarer Arrenberg“ organisieren wir „foodsharing“ um die Verschwendung von Lebensmitteln zu reduzieren. Beim „Restaurant Day“ einem globalen Event zum Thema nachhaltige Ernährung, beteiligt sich der Arrenberg regelmäßig mit zahlreichen „Eintagesrestaurants“ seiner Bürgerinnen und Bürger.

    Urbanfarming ist ein wichtiger inhaltlicher Baustein. Mit der „Arrenbergfarm“ soll in den nächsten 5-10 Jahren die erste komplette Farm in der Mitte einer deutschen Großstadt entstehen und damit erstmals wieder professionelle und relevante Landwirtschaft inmitten einer Stadt organisiert werden.

     

  • Essbarer Arrenberg Wuppertal NRW


    In Baulücken sollen Beete und Gewächshäuser entstehen und den Anliegern die Möglichkeit zum Anbau des eigenen Gemüses geben.


    Wer sieht wie seine Möhren wachsen, wird diese auch mit einem anderen Bewusstsein schätzen und verzehren. Intensive Kooperationen mit Kitas und Schulen sollen die Jüngsten unserer Gesellschaft in diese Prozesse mit einbeziehen. Derzeit entsteht ein erstes „Solidarisches Landwirtschaftsprojekt“, bei dem auf der Fläche eines ehemaligen Bauernhofes erstmals am Arrenberg die gemeinsame Bewirtschaftung von Landwirt und Bürgern organisiert wird. Märkte und Einkaufsgemeinschaften mit benachbarten Biohöfen befinden sich im Aufbau.